Wollhandkrabben

Die Wollhandkrabbe, eine in Asien (China) beheimatete, die Flussläufe besiedelnde Krabbenart wurde vor 1912, wahrscheinlich im Larvenstadium, mit dem Ballastwasser der Handelsschiffe, nach Europa eingeschleppt. Sie verbreitete sich dann langsam in den Flüssen, unter anderem an Elbe und Rhein. Heute stellt sie stellenweise eine regelrechte Plage dar, verdrängt die einheimischen Krebsarten bzw. verhindert die Wiederbesiedelung der inzwischen wieder sauberer gewordenen Flusslandschaften durch diese. Außerdem tritt sie als Allesfresser in Nahrungskonkurrenz zu vielen, auch den edlen Fischarten, wodurch sie auch Einfluss auf die Selbstreinigungskräfte der Flüsse nimmt. Wollhandkrabben schädigen durch graben von Hohlgängen Uferbauten und Dämme. 

Im Unterschied zu heimischen Krebsarten vertragen die Wollhandkrabben unterschiedliche Salzkonzentrationen, wie sie in den Gezeitenzonen der Flussunterläufe vorkommen, sehr gut. Die Temperaturen, die sie in deutschen Flussmündungen findet, entsprechen denen ihrer nordchinesischen Heimat.
Als einzige natürliche Feinde können die Möwen der ungehemmten Vermehrung keinen Einhalt gebieten.

Foto: Deutsches Meeresmuseum Stralsund