Wasser-Wissen



Waschmitteltypen

(detergent type) Gegenwärtig dominieren auf dem Waschmittelmarkt die Vollwaschmittel, auch All- oder Universalwaschmittel genannt. Sie beinhalten alle waschmittelüblichen Bestandteile, also Tenside, Enthärter, Bleichzusätze, Hilfsstoffe und ggf. Füllstoffe. Der Verbraucher hat nicht die Möglichkeit, die einzelnen Komponenten gemäß Erfordernis einzusetzen; er dosiert lediglich die Gesamtmenge entsprechend dem Härtegrad des Leitungswassers und dem Verschmutzungsgrad der Wäsche. 

Vollwaschmittel können bei Temperaturen bis 95° C eingesetzt werden. Der Vorteil besteht also in der unkomplizierten Anwendung. Die Nachteile liegen jedoch in der unveränderbaren Zusammensetzung begründet: Besonders bei hoher Wasserhärte und einer entsprechend hohen Dosierung der gesamten Rezeptur kommt es zu einer Überdosierung der neben dem benötigten Enthärter enthaltenen Chemikalien. Ein Teil der Tenside wird also in diesen Fällen ungenutzt in das Abwasser gegeben. Bleichzusätze sind sogar in den meisten Waschgängen unnötig, da sie nur bei hartnäckigen Flecken gebraucht werden. Buntwäsche schließlich verliert durch den Aufzug von optischen Aufhellern an Farbkraft.

Fein- und Colorwaschmittel enthalten dagegen keine Bleichzusätze und optischen Aufheller und sind somit wäsche- und umweltschonender. Statt dessen beinhalten sie farberhaltende und -verstärkende Substanzen.

Ein Fortschritt bedeutete die Entwicklung der Flüssigwaschmittel. Sie enthalten als Füllstoff Wasser und können geringer dosiert werden, da sie über einen höheren Tensidgehalt verfügen. Außerdem enthalten auch sie keine Bleichmittel.

Voll- und Colorwaschmittel gibt es seit 1989 auch als sogenannte Kompaktwaschmittel (Kompaktate). Diese pulverförmigen Konzentrate zeichnen sich durch ein hohes verpackungs- und platzsparendes Litergewicht aus. Sie enthalten nur Aktivsubstanzen; auf Füllsubstanzen wird vollständig verzichtet. Die Inhaltsstoffe sind etwa dieselben wie in den herkömmlichen Varianten, als Enthärter findet jedoch Perborat-Monohydrat Anwendung, das eine um 50% höhere Wirkung erzielt als das sonst übliche Tetrahydrat. Zu erwähnen sind schließlich noch die sogenannten Superkonzentrate ("Megaperls"), die seit 1994 angeboten werden.

Das Prinzip des Baukastensystems genießt hinsichtlich der Umweltbelastungen den besten Ruf unter den Waschmittelkonzeptionen. Es besteht aus drei getrennt angebotenen und aufbewahrten Bausteinen: Grundwaschmittel, Enthärter und Bleichzusatz. Die ersten beiden Komponenten entsprechen einem Colorwaschmittel, alle drei zusammen einem Vollwaschmittel. Bei diesem Prinzip kann auf einige Inhaltsstoffe verzichtet werden, etwa auf bleichstabilisierende Substanzen, andere werden durch verträgliche Alternativen ersetzt. Der geringeren Umweltbelastung durch eingesparte bzw. verträglichere Chemikalien steht jedoch ein größerer Arbeitsaufwand im Haushalt gegenüber: Das Waschgut muss sorgfältiger sortiert werden, und die Waschmitteldosierung ist den jeweiligen Erfordernissen entsprechend von Waschgang zu Waschgang zu verändern.

Bei den Weichspülern handelt es sich zwar nicht um eigenständige Waschmittel, sondern um Wäschenachbehandlungsmittel; der Vollständigkeit halber sollen sie jedoch kurz Erwähnung finden. Sie sind vor allem nach der Verwendung synthetischer Tenside, die die Faser stark entfetten, gebräuchlich. Sie ziehen auf die Faser auf und glätten diese. Die Rückstände der kationischen Tenside auf der Kleidung sollen jedoch dermatologisch schädliche Wirkungen haben und sind außerdem kaum abbaubar; allerdings bilden sie mit den anionischen Tensiden der Waschmittel unlösliche Verbindungen und werden größtenteils mit dem Klärschlamm aus dem Abwasser eliminiert.