Wasser-Wissen


OECD-Test

(OECD-Test) Messmethode zu Ermittlung der Primärabbaubarkeit einer Chemikalie (i.d.R. eines Tensids) im Hinblick auf eine zu erwartende Umweltverträglichkeit.

Dabei wird zwischen dem OECD-Auswahl-Test (OECD-Screening-Test) und dem OECD-Bestätigungs-Test (OECD-Confirmatory-Test) unterschieden.

OECD-Auswahl-Test

Der OECD-Auswahl-Test ist ein statischer Test. Ein Erlenmeyerkolben mit einer mineralischen Kulturlösung, der das zu untersuchende Tensid in einer Konzentration von 5 mg/l zugesetzt wird, werden schwach beimpft (z.B. mit Klärschlamm aus dem Ablauf einer Kläranlage) und schüttelnd inkubiert. In festgesetzten Zeitabständen wird der Tensidgehalt bis zum 19. Versuchstag analytisch bestimmt (methylenblau-aktive Substanz, MBAS. wismut-aktive Substanz, BiAS). In jedem Test werden Kontrollsubstanzen mitgeprüft, und zwar das schwer abbaubare Tetrapropylenbenzolsulfonat und ein leicht abbaubares lineares Alkylbenzolsulfonat

Dieses Prüfverfahren stellt einen Endpunkt-Test dar. Tenside, die nach 19 Tagen zu mindestens 80% abgebaut sind, werden als "biologisch abbaubar" bezeichnet. Wenn der Abbaugrad auch nach einer Wiederholung des Tests unter 80% liegt oder das Ergebnis zweifelhaft erscheint, werden die betreffenden Tenside allerdings dann nicht als unzureichend abbaubar bezeichnet, da der OECD-Auswahl-Test nur eine Akzeptant- und keine Ablehnungsfunktion besitzt. In diesem Fall muss im OECD-Bestätigungs-Test eine Einstufung erfolgen. 

OECD-Bestätigungs-Test

Der OECD-Bestätigungs-Test ist ein kontinuierliches Prüfverfahren. Mit ihm wird in einer Belebtschlammanlage im Labormaßstab die Funktion einer biologisch-mechanischen Kläranlage mit Belebungsverfahren simuliert. Die Funktionsweise ist folgende: Ein synthetisches Abwasser, das in seiner organischen  Belastung einem kommunalem Abwasser Abwasser entspricht und dem das Prüftensid in einer Konzentration von 20 mg MBAS/l bzw. 10 mg BiAS/l zugesetzt wird, fließt kontinuierlich in die definierte Modellanlage (Airliftreaktor).  In diesem, dem eigentlichen Reaktionsgefäß, erfolgt die Animpfung mit 3 ml Ablaufwasser einer mit überwiegend kommunalem Abwasser gespeisten großtechnischen Kläranlage. Der sich während der sogenannten Adaptationzeit entwickelnde Belebtschlamm tritt mit dem Abwasser in das Absetzgefäß über. 

Nach der Adaptationsphase verläuft der biologische Tensidabbau bei gut abbaubaren Verbindungen relativ konstant, d.h., die Bewertungsphase beginnt. Wahrend der sich anschließenden 21 Tage werden an mindestens 14 Tagen einmalig 24-Stunden-Durchschnittsproben entnommen und deren Tensidgehalt analytisch bestimmt. Aus der Differenz der Tensidkonzentrationen im Zu- und Ablauf der Prüfanlage lässt sich der Abbaugrad. Auf der Basis dieser Einzelwerte wird der durchschnittliche Abbaugrad ermittelt. Tenside, die schwer biologisch abbaubar sind, ergeben im Anschluss an die Adaptationsphase keinen konstanten Abbaugrad.

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