Wasser-Wissen


Hochwasser

(flood water, high water) Der Begriff "Hochwasser" kann mehrere Bedeutungen haben:

  • Kurzfristiger Anstieg des Wasserstandes in einem fließenden Gewässer bis zu einem maximalen Wert, und anschließender Rückgang.
  • Relativ hoher Abfluss, gemessen anhand von Wasserstand oder Durchfluss.
  • Steigende Tide.
  • Zustand in einem oberirdischen Gewässers, bei dem der Wasserstand oder Durchfluss einen bestimmten Wert erreicht oder überschritten hat. (DIN 4049)
  • Durch Rückstau im Entwässerungssystem (drainage flood): Die Intensität des Niederschlags übersteigt die baulich bedingte oder natürliche Entwässerungskapazität.
Der höchste Wasserstand während eines Hochwassers wird Hochwasserscheitel (flood crest) genannt. Derartige Höchststände werden an Bauwerken und Festgestein markiert als Hochwassermarken (flood marks). Dabei ist der "mögliche maximale Hochwasserstand" (maximum possible flood) der höchste berechenbare Hochwasserstand bei vollständigem Zusammentreffen aller Faktoren, die Starkregen und maximalen Abfluss verursachen.

Eine Hochwasserwelle (flood wave) ist die kurzfristige Zunahme der Wasserführung bis zu einem bestimmten Scheitel, bedingt durch Niederschlag, Schneeschmelze, Dammbruch oder Wasserabgabe aus einem Speicher und anschließende Abnahme der Wasserführung. Als Hochwasserwelle wird auch der Ablauf eines Hochwasserereignisses längs eines Fließgewässers bezeichnet. (DIN 4049)

Die Gesamtheit baulicher Maßnahmen zur Reduzierung der Hochwasserauswirkungen, z.B. Rückhaltebecken, Uferdämme, Baggerungen, Ableitungen, Hochwasserschutzbauten usw. werden als "Hochwassersteuerung durch Bauwerke" (structural flood mitigation) bezeichnet.

Als Hochwasserschutzbauten (flood control works) gelten ebenfalls Uferdämme, Ufer aber auch sonstige Anlagen an einem Fluss, die dazu bestimmt sind, das Hochwasser in einen bestimmten Kanal oder entlang bestimmter Hochwasserwege zu leiten. Wohingegen Hochwasserschutzbecken (flood control reservoir)  Staubecken sind, die i.d.R. ausschließlich dafür benutzt werden, Hochwasser vorübergehend zu speichern und das gespeicherte Wasser in den Vorfluter wieder abzugeben, sobald dieser es wieder aufnehmen kann.

Ein natürliches oder künstliches Gerinne für Hochwasser, welche während Hochwasserzeiten gefüllt ist wird als Hochwasserrinne bzw. Flutmulde (flood channel) bezeichnet. 

Zusätzliche Überlaufe, die bei Hochwasser benutzt werden, welches die Kapazität des Hauptüberlaufes übersteigt,  heißen Hochwasserentlastung bzw. Notüberlauf (emergency spillway).

Zur mittelbaren Reduzierung der Hochwasserauswirkungen werden Maßnahmen wie Landnutzungsplanung (Überflutungszonen), Vorwarnsysteme und ähnliches aufgebaut sowie Hochwasserversicherung abgeschlossen. Derartige Systeme werden übergreifend "nichtbauliche Hochwasserminderung" (non-structural flood mitigation) genannt. Die Hochwasservorhersage (flood forecasting) ist die Abschätzung des Hochwasserstandes oder des Abflusses nach Höhe und Zeit des Auftretens (infolge der möglichen Hochwasserursachen an einem bestimmten Punkt in einem Wasserlauf. Derartige Vorhersagen können helfen frühzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Hochwasserablaufberechnungen (flood routing) dienen dazu, Bewegung und Formveränderung einer Hochwasserwelle, die einen Flussabschnitt oder ein Staubecken durchfließt zu modellieren.

Zu Graphischen Darstellung von statistischen Daten zum Hochwasser siehe Hochwasserganglinie.

Die Auswirkungen des Hochwassers auf Kläranlagen ist sehr anschaulich am Beispiel des Rhein dargestellt in einem Film zum Thema:

Zum Film (da der Film über 50 MB groß ist, empfiehlt sich die Ansicht nur bei DSL oder ähnlich schnellen Anschlüssen)

Quelle: Stadtentwässerung Köln zur EXPO 2000

Zum Abspielen des Film wird Quicktime benötigt 
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