Wasser-Wissen



HCH-Isomere

1,2,3,4,5,6-Hexachlorcyclohexan (HCH) ist ein monozyklischer chlorierter Kohlenwasserstoff

Das Verhalten von HCH in der Umwelt wird durch zahlreiche Parameter beeinflusst, die regional sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können. Insbesondere auf dem Gebiet der Altlastensanierung und bei der damit verbundenen Frage nach der Mobilität von HCH im Boden und Grundwasser müssen viele Parameter berücksichtigt werden. 

Physikalische und chemische Eigenschaften (Auswahl)

Aussehen  weiß bis bräunlich Schmelzpunkt je nach Isomer
Geruch eigenartig muffig Siedepunkt je nach Isomer
Molmasse 290,85 g/mol Dichte  ( 20 °C) 1,87 g/cm³
Zustand bei 20 °C fest (kristallin) Löslichkeit in Wasser (20 °C, 1 bar)
Die einzelnen Eigenschaften der Isomere können im unten angegebenen Link nachgeschlagen werden.

Herstellung und Anwendung

Technisches HCH und Lindan fanden und finden noch heute großflächige Verwendung in Land- und Forstwirtschaft.

Umwelteinfluss und Gesundheit

Von den theoretisch möglichen HCH-Isomeren gelten fünf als umweltrelevant ([alpha], [beta], [gamma], [delta], [epsilon]), wovon lediglich das [gamma]-Isomer insektizid wirksam ist.

Probleme bergen die heute noch weit verbreitete Anwendung des technischen HCH (außer in den USA und in Westeuropa) und insbesondere die frühere Ablagerung von HCH-Produktionsabfällen auf meist ungenügend gesicherten Deponien.

Unter Freilandbedingungen (mitteleuropäisches Klima) sind alle Isomere sehr persistent. Insbesondere das [beta]-HCH fällt durch seine große Reaktionsträgheit auf, so dass es sowohl biologisch als auch physikalisch-chemisch so gut wie nicht abgebaut wird. Die einzelnen HCH-Isomere gelten als unterschiedlich akut und chronisch toxisch. Bei einigen Isomeren wurde eine kanzerogene Wirkung nachgewiesen. Besonders das [beta]-HCH weist eine starke Bioakkumulation auf und reichert sich in der Nahrungskette an. Die HCH-Isomere sind in der Umwelt verschieden mobil. [alpha]- und [gamma]-HCH sind am flüchtigsten. Das [delta]-HCH ist am besten wasserlöslich, wird aber auch stark an organischem Material adsorbiert. Das [gamma]-HCH wird zwar wird zwar relativ gut von humusreichen Böden gebunden, es kann aber auch leicht wieder desorbiert werden. Grundwasserkontaminationen werden von allen HCH-Isomeren berichtet. Sind sie erst einmal ins Grundwasser gelangt, so erscheint ein Abbau sehr problematisch. In den oft an organischer Substanz armen Grundwasserleitern können die HCH-Isomere dann ohne großen Konzentrationsverlust über weite Strecken transportiert werden.

Abwasserreinigung/Trinkwasseraufbereitung

Das Abwasser und Sickerwasser von Deponien und auch das Spülwasser, das bei der Auslaugung von Boden entsteht, ist oft stark mit HCH belastet. Im allgemeinen lässt sich HCH-kontaminiertes Wasser auf chemischem Wege nur sehr schlecht reinigen. HCH-Isomere sind sehr stabil gegenüber Hydrolyse. Eine Chlorbehandlung ist ausgeschlossen, da es sich bei den HCH-Isomeren bereits um hochchlorierte, gesättigte Kohlenwasserstoffe handelt. Aufgrund fehlender Doppelbindungen ist eine Ozonierung wirkungslos und auch mit anderen Mitteln ist eine Oxidierbarkeit kaum zu realisieren. Lediglich mit physikalischen Methoden wie die Adsorption an Aktivkohle oder mit der Flockung wurden einige Erfolge bei der Wasserreinigung von HCH erzielt. 

In der Regel wird Wasser über Aktivkohleadsorption vom HCH befreit. Teilweise wird eine Sandfiltration vorgeschaltet, um die dann nachgeschalteten Kohlefilter zu schützen.

Links zum Thema

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