Ammoniumstickstoff

Der in Form von Ammonium auftretende Stickstoffanteil. Ammoniumstickstoff tritt vor allem in reduzierten Grund- und Oberflächenwasser sowie in allen häuslichen und oft auch gewerblichen Abwässern auf. Die Form, in der Ammoniumstickstoff vorliegt, hängt vom pH-Wert ab. Bei pH-Werten oberhalb von 9 liegt zunehmend ausgasbarer Ammoniak, darunter überwiegend ionogenes Ammonium vor. Ammoniumstickstoff ist fischgiftig und sauerstoffzehrend.

Im Gewässer ist Stickstoff in elementarer Form, aber auch in Form von anorganischen und organischen Verbindungen zu finden. Pflanzen können den Stickstoff nur in Form von Nitrat- und Ammoniumionen aufnehmen, um ihn zum Aufbau ihrer eigenen Proteine zu verwenden. In den Gewässern liegt der organisch gebundene Stickstoff in Eiweißen vor (wurde aus abgestorbenen Organismen gewonnen), also müssen die Stickstoffverbindungen erst von Mikroorganismen umgewandelt bzw. abgebaut werden. Bei dem Abbauprozess wird das entstehende Ammonium von aeroben Bakterien von Nitrit schließlich zu Nitrat umgewandelt. Da dieser Prozess unter Sauerstoffverbrauch stattfindet, wird der Sauerstoffhaushalt des Gewässers stark belastet. Im Sommer sinkt der Ammoniumgehalt stärker als der Nitratgehalt steigt, dies ist mit der Bindung von Nitrat mit den Algen erklärbar. Bei steigenden Temperaturen und einem pH-Wert über 7 besteht die Gefahr, dass Ammonium in das fischgiftige Ammoniak umgewandelt wird. Für die Umwandlung von 1 mg/l Ammonium-Stickstoff zu Nitrat-Stickstoff wird ca. 4,4 mg/l Sauerstoff benötigt.